You, Too, Can Read Minds
George B. Anderson · 1968

George B. Andersons Fortsetzung von 1968 erweitert seinen praxisnahen Mentalismus um Vorhersagen, Buchtests, Psychometrie, Zeichnungsduplikation, Muscle Reading und Blindfold-Arbeit.
Eine praktische Fortsetzung für Mentalisten
*You, Too, Can Read Minds* erschien 1968 bei Magic, Inc. in Chicago und führt den praxisnahen Ansatz aus *It Must Be Mind Reading* weiter. Die ursprüngliche Ausgabe ist ein schmales, geheftetes Heft mit ungefähr 63 Seiten, behandelt aber erstaunlich viele Bereiche. Anderson schreibt für Vorführende, die klare Mental-Effekte für ein echtes Publikum suchen und ohne aufwendige Bühnenausstattung in Club, Salon oder kleinem Theater arbeiten möchten.
Inhalt und Schwerpunkte
Das Inhaltsverzeichnis reicht von Zahlenenthüllungen und Vorhersagen über einen Buchtest mit einem Zuschauer, Wortdivination, Zeichnungsduplikation und Psychometrie bis zu Muscle Reading und Nachrichtenlesen. Titel wie „Here’s Your Number“, „Impossible Mind Reading“, „Bystander Book Test“, „Find the Killer“, „Duplicating a Drawing“, „Flash Prediction“ und „Ultimate Dollar Bill Divination“ zeigen Andersons Vorliebe für leicht verständliche Handlungen. Außerdem beschreibt er eine Augenbinde, die mit Harry Blackstone verbunden wird. Dieser Teil ist heute vor allem historisch interessant; Blindfold-Arbeit sollte nur mit modernen Sicherheitsvorkehrungen erprobt werden.
Die eigentliche Stärke des Buches liegt weniger in einem einzelnen Geheimnis als in Andersons Ökonomie. Viele Routinen arbeiten mit gewöhnlichen Gegenständen und stellen den Gedanken des Teilnehmers in den Mittelpunkt. Der Effekt wird zuerst verständlich gemacht, die Prozedur bleibt möglichst kurz, und die Enthüllung erhält einen klaren Schlusspunkt. Diese Grundsätze bleiben nützlich, auch wenn Requisiten oder Formulierungen modernisiert werden.
Moderne Bearbeitung
Das Buch stammt aus der Mentalismus-Literatur der 1960er Jahre und sollte nicht Wort für Wort übernommen werden. Manche Sprache, Rollenbilder und Behauptungen über Gedankenlesen gehören in ihre Zeit. Eine heutige Fassung kann die Konstruktion bewahren, aber mit einer persönlichen Präsentation, einem deutlichen Unterhaltungsrahmen und respektvollem Umgang mit Freiwilligen arbeiten. Besonders Psychometrie und die dramatische „Find the Killer“-Prämisse verlangen Fingerspitzengefühl. Buchtest und Zeichnungsduplikation lassen sich dagegen leicht mit Gegenständen verbinden, die im heutigen Umfeld natürlich wirken.
Für das Studium empfiehlt sich, zunächst nur eine Routine auszuwählen und in einem Satz festzuhalten, was das Publikum später erzählen soll. Danach werden nur die Handlungen geprobt, die diesen Eindruck unterstützen. Anweisungen sollten laut getestet, mögliche Missverständnisse notiert und für unsichere Informationen eine alternative Auflösung vorbereitet werden. So zeigt sich, weshalb Andersons knappe Texte für Praktiker interessanter sind als für reine Methodensammler.
Ausgabe und Sammlerhinweise
Frühe Exemplare werden meist als blau illustrierte, geheftete Broschur von Magic, Inc. aus dem Jahr 1968 beschrieben. Spätere Drucke sind ebenfalls im Umlauf. Beim Kauf sollten deshalb Titelblatt, Verlag, Seitenzahl und Umschlag verglichen werden. Rostige Klammern, Einrisse am Falz, fehlende Seiten und handschriftliche Notizen gehören in eine ehrliche Zustandsbeschreibung.
Für Sammler dokumentiert das Heft eine wichtige Phase des amerikanischen Mentalismus. Für Vorführende bietet es eine ungewöhnlich dichte Auswahl an anpassbaren Plots. Sein bleibender Wert entsteht aus Klarheit, Vielfalt und Andersons zentraler Frage: Was soll das Publikum am Ende wirklich erlebt haben?