The Encyclopedia of Card Tricks
Jean Hugard · 1937

Jean Hugards umfangreiches Nachschlagewerk zur Kartenzauberei: unterschiedliche Effektarten, gewöhnliche und präparierte Karten sowie Hinweise zur praktischen Nutzung und zum Gebrauchtkauf.
Eine Bibliothek der Kartenzauberei in einem Band
The Encyclopedia of Card Tricks ist ein Buch zum Nachschlagen, Vergleichen und Entdecken. Jean Hugard hat eine umfangreiche Sammlung unterschiedlicher Ansätze zur Kartenzauberei herausgegeben. Der Band folgt nicht dem Aufbau eines durchgehenden Lehrgangs, bei dem jede Lektion gezielt auf der vorherigen aufbaut. Sein Nutzen liegt vielmehr darin, für verschiedene Vorführbedingungen unterschiedliche Möglichkeiten bereitzuhalten.
Das Werk erschien erstmals 1937. Die spätere Dover-Ausgabe ist eine korrigierte, ungekürzte Wiederveröffentlichung und kein neu geschriebener moderner Kurs. Wer das berücksichtigt, kann seine Stärken besser nutzen: Man untersucht ältere Kartenkunst in schriftlicher Form und entwickelt aus einer Erklärung eine eigene, verständliche Vorführung.
Was die Sammlung besonders macht
Die Kapitel behandeln unter anderem impromptu vorführbare Kunststücke, Buchstabiertricks, „You Do As I Do“, Leitkarten und vorbereitete Kartenspiele. Hinzu kommen unterschiedliche Arten besonderer Karten und Spiele. Diese Einteilung ist praktisch bedeutsam: Zwei Kunststücke können für Zuschauer ähnlich aussehen und trotzdem völlig andere Voraussetzungen verlangen.
Ein sinnvoller Einstieg beginnt deshalb mit der eigenen Auftrittssituation. Hast du meistens dein eigenes Spiel dabei? Kannst du vorab etwas vorbereiten? Sollen Zuschauer mischen dürfen? Arbeitest du am Tisch oder im Stehen? Mit solchen Fragen lässt sich die Sammlung gezielt nutzen. Du suchst dann nicht wahllos nach weiteren Tricks, sondern nach Material, das unter deinen tatsächlichen Bedingungen funktioniert.
Die Vielfalt bedeutet zugleich, dass man keine falschen Erwartungen haben sollte. Nicht alle beschriebenen Kunststücke sind mit einem geliehenen, frei gemischten Spiel möglich. Auch die Schwierigkeit ist nicht überall gleich. Lies eine Erklärung vollständig, bevor du entscheidest, ob der Effekt in dein Programm passt.
Gewöhnliche Karten und besondere Hilfsmittel
Der Unterschied zwischen einem normalen und einem präparierten Spiel wird besonders wichtig, wenn mehrere Kunststücke aufeinanderfolgen sollen. Ein gewöhnliches Spiel kann mehr Freiheit beim Wechsel zwischen Routinen bieten. Spezielles Material verlangt unter Umständen eine eigene Einführung, eine bestimmte Handhabung oder einen passenden Abschluss.
Das ist kein Argument gegen präparierte Karten. Entscheidend ist die gesamte Vorführung und nicht nur der überraschende Schluss. Überlege, was das Publikum vor Beginn sieht, wie du mit dem Wunsch nach einer Untersuchung umgehst und was unmittelbar danach geschieht. Eine geeignete Routine lässt sich unter Bedingungen vorführen, die du selbstverständlich beherrschst, ohne das Material unnötig ins Zentrum zu rücken.
Beim Gebrauchtkauf sollte außerdem klar sein: Angeboten wird ein Buch mit Erklärungen. Besondere Kartenspiele, zusätzliche Karten oder andere benötigte Gegenstände gehören nicht automatisch dazu. Falls Zubehör enthalten ist, sollte der Verkäufer es ausdrücklich nennen und fotografieren.
Buchstabiertricks im deutschsprachigen Programm
Buchstabierkunststücke verdienen bei einer englischsprachigen Sammlung besondere Aufmerksamkeit. Eine Übersetzung der gesprochenen Sätze erhält nicht automatisch den Ablauf. Kartennamen und Formulierungen können im Deutschen eine andere Anzahl von Buchstaben haben. Schon die Bezeichnung einer Farbe kann eine Zählfolge verändern.
Lege deshalb zuerst die Wörter fest, die du tatsächlich verwenden möchtest. Prüfe anschließend den beschriebenen Ablauf mit genau diesen Wörtern und teste alle für das Kunststück relevanten Möglichkeiten. Wenn ein einzelner Versuch mit einer passenden Karte funktioniert, beweist das noch nicht, dass die deutsche Fassung allgemein zuverlässig ist.
Hier lässt sich der Band gut als Ideengeber nutzen. Vielleicht gefällt dir der Aufbau eines Effekts, während die sprachliche Umsetzung angepasst werden muss. Eine solche Anpassung benötigt jedoch eine eigene Kontrolle. Halte den ursprünglichen Ablauf und deine überarbeitete Fassung getrennt fest, damit sich beim Üben keine widersprüchlichen Schritte vermischen.
Mit Karten in der Hand lesen
Eine ältere schriftliche Erklärung verlangt andere Aufmerksamkeit als ein Vorführvideo. Du musst unterscheiden, was das Publikum erleben soll und welche Handlungen dafür notwendig sind. Anschließend gilt es herauszufinden, wie diese Handlungen aus Sicht der Zuschauer wirken. Einzelne Einträge mit Karten in der Hand durchzuarbeiten ist dafür hilfreicher, als ein ganzes Kapitel nur zu überfliegen.
Wähle zunächst ein Kunststück und stelle die angegebenen Ausgangsbedingungen her. Vergewissere dich, dass du den Ablauf verstanden hast. Erst danach kommen Vortrag, Blickkontakt und die Beteiligung eines Zuschauers hinzu. Scheitert ein Versuch, kontrolliere zuerst die Voraussetzungen. Kleine Veränderungen beim Zählen, bei der Reihenfolge oder bei der Orientierung einer Karte können das Ergebnis beeinflussen.
Die Sammlung sollte keine Liste werden, deren Einträge man jeweils einmal ausprobiert und sofort wieder vergisst. Eine kleinere, gründlich geübte Auswahl hat mehr praktischen Wert. Notiere dir zu jeder ausgewählten Routine die Vorbereitung und überlege, ob sie nach dem vorherigen Kunststück unmittelbar möglich ist oder einen neuen Ausgangszustand braucht.
Für wen sich der Band eignet
Ein guter Grund für den Kauf ist der Wunsch nach einem breit angelegten Nachschlagewerk. Wer sich bereits gern mit Kartenzauberei beschäftigt, kann verschiedene Möglichkeiten untersuchen, ältere Ideen wiederentdecken oder nach einem Effekt für eine bestimmte Einschränkung suchen.
Für einen vollständigen Anfänger, der einen klar geführten Lernweg braucht, ist ein systematischer Grundkurs oft der sinnvollere Ausgangspunkt. Die Encyclopedia kann diesen später ergänzen. Ein umfangreiches Buch beantwortet nicht zwangsläufig jede Frage zu Technik, Präsentation und Zuschauerführung in einer für Einsteiger passenden Reihenfolge.
Erfahrene Leser können jeden Eintrag nach seiner konkreten Brauchbarkeit beurteilen. Ein älteres Thema benötigt vielleicht eine andere Präsentation, während ein bestimmter Aufbau weiterhin zur eigenen Arbeitsweise passt. Das Alter allein sagt weder aus, dass eine Idee unbrauchbar ist, noch dass sie unverändert ins heutige Programm gehört.
Ausgaben und Zustand beim Gebrauchtkauf
Es gibt keine Seitenzahl, die unterschiedslos für alle Ausgaben gilt. Bibliografische Angaben zu Dover und verschiedenen Bibliotheksbeständen weichen bei der Zählung voneinander ab; eine Foulsham-Ausgabe wird mit 448 Seiten geführt. Frage deshalb nach Verlag, Erscheinungsjahr und konkreter Ausgabe des angebotenen Exemplars.
Das hier verwendete Bild zeigt ein Dover-Cover. Es veranschaulicht eine Ausgabe und ersetzt keine Fotos des tatsächlich angebotenen Buches. Andere Drucke können einen anderen Einband oder eine andere Umschlaggestaltung haben. Für den Vergleich zweier Angebote ist das Titelblatt oft aussagekräftiger als ein allgemeines Produktbild.
Prüfe Vollständigkeit, festen Sitz der Seiten und gut erkennbare Abbildungen. Ein Nachschlagewerk wird häufig aufgeklappt, während daneben mit Karten gearbeitet wird. Lose Blätter und ein beschädigter Rücken können dabei störender sein als leichte Gebrauchsspuren am Umschlag. Fotos von Titelblatt, Inhaltsverzeichnis und vorhandenen Schäden helfen einzuschätzen, ob das Exemplar als Arbeitsbuch geeignet ist.