Dai Vernons Revelations - 30th Anniversary Deluxe Edition
Dai Vernon · 2012



Ein umfassendes Archiv mit elf DVDs, vier Audio-CDs und zwei Begleitheften über Dai Vernons Unterricht, seltene Vorträge, Technik, Theorie und Zaubergeschichte.
Ein wegweisendes Zeugnis von Dai Vernons Denkweise
Die „Revelations 30th Anniversary Deluxe Edition“ von Dai Vernon ist weit mehr als eine herkömmliche Sammlung von Lehr-DVDs. Sie bewahrt die Stimme, die Methoden, die Erinnerungen und die Arbeitsphilosophie jenes Zauberkünstlers, der in der gesamten Zauberwelt als „The Professor“ bekannt war. Die ursprünglichen „Revelations“-Aufnahmen entstanden vom 2. bis 6. September 1982 in St. John’s, Neufundland, als Vernon bereits 88 Jahre alt war. Michael Ammar, Gary Ouellet und Steve Freeman begleiteten ihn als Moderatoren, Vorführende und sachkundige Gesprächspartner. Ihre Anwesenheit war entscheidend: Vernon konnte sich auf Details, historische Hintergründe und fachliche Einschätzungen konzentrieren, während jüngere, technisch versierte Zauberkünstler die Abläufe verdeutlichten und das Material bei Bedarf vorführten. Das Ergebnis wirkt weniger wie ein nach Skript ablaufender Kurs, sondern eher wie ein Platz in der ersten Reihe bei einer ausgedehnten privaten Session.
Inhalt der Jubiläums-Box
Die Edition erschien 2012, dreißig Jahre nach den Dreharbeiten. Sie vereint alle siebzehn ursprünglichen „Revelations“-Bände, digital überarbeitet und auf acht DVDs verteilt. Drei weitere DVDs enthalten fast sechs Stunden seltenes Videomaterial von Vorträgen aus den 1970er Jahren. Vier Audio-CDs bewahren Vorträge aus den Jahren 1963 und 1964. Zwei gedruckte Begleithefte liefern zusätzlichen Kontext: ein Faksimile des ursprünglichen Videonics-Katalogs mit ausführlichen Kommentaren von Sid Lorraine sowie die Notizen von Dr. Gene Matsuura zu Vernons Abschiedsvortrag von 1976. Die Datenträger und Drucksachen wurden in einem farbig gestalteten Schuber geliefert. Ein gebrauchtes Exemplar sollte daher sorgfältig geprüft werden: Elf DVDs, vier Audio-CDs, zwei Begleithefte und die Außenverpackung sind für die Vollständigkeit und den Wert des Sets entscheidend.
Die historischen Aufnahmen
Die zentralen acht DVDs dokumentieren einen der ehrgeizigsten Versuche, das Wissen eines Meistermagiers des 20. Jahrhunderts für die Nachwelt zu bewahren. Der Videonics-Produzent Hans Zahn initiierte das ursprüngliche Projekt auf Anregung von Bill Larsen. Vernon wurde nicht einfach gebeten, eine Reihe perfektionierter Kunststücke vorzuführen. Stattdessen diskutierte die Gruppe über Effekte, Techniken, Quellen, Verfeinerungen und die Beweggründe hinter scheinbar nebensächlichen Entscheidungen. Etwa die Hälfte der behandelten Themen war bereits vor den Dreharbeiten publiziert worden, während ein Großteil des übrigen Materials zu jener Zeit neu war. Selbst bekannte Vernon-Klassiker wurden korrigiert und um zusätzliche Feinheiten ergänzt. Für Schüler, die Routinen nur aus Büchern kennen, kann es das Verständnis der schriftlichen Erklärungen grundlegend verändern, wenn sie Vernon persönlich über Timing, Natürlichkeit, Aufbau und den Umgang mit dem Publikum sprechen hören.
Kartenmagie im Mittelpunkt
Spielkarten nehmen in *Revelations* einen großen Raum ein. Die Erörterungen umfassen unter anderem „Triumph“, Dreh- und Wendemanöver, Techniken zur Kontrolle mehrerer Karten, Palms, Passes, Double Lifts, Farbwechsel, falsches Geben und Mischen, Abhebungen, Forces sowie Methoden, die mit dem Klassiker *The Expert at the Card Table* in Verbindung stehen. Vernon beschäftigte sich jahrzehntelang mit Erdnase; die Aufnahmen zeugen sowohl von seiner Faszination für das Buch als auch von seiner Ablehnung jeglicher Technik, die keinen tieferen Zweck erfüllt. Immer wieder begegnet der Zuschauer dem Grundsatz, dass ein Griff wie eine alltägliche Handlung wirken und einem klaren magischen Effekt dienen sollte. Steve Freemans Demonstrationen sind besonders bei technisch anspruchsvollen Erdnase-Passagen wertvoll. Ammar und Ouellet helfen dabei, Vernons teils plauderhaft-lockere Erklärungen in sichtbare, nachvollziehbare Handlungen zu übersetzen, ohne die Sitzungen auf rein mechanische Unterweisungen zu reduzieren.
Mehr als nur Kartentechnik
Das Set wird oft als Werk über Kartenmagie bezeichnet, doch sein Spektrum ist weitaus breiter. Vernon behandelt Themen wie Münzmagie, Becherspiel, Chinesische Ringe, Seilmagie, Farbwechsel-Tücher, den Walnussschalen-Trick und andere Klassiker. Nummern wie „Five Coins and a Glass“ sowie seine Gedanken zum Ramsay-Zylinder und zur Münzmagie offenbaren sein Interesse an Ökonomie, Rhythmus und einer überzeugenden Handhabung. Die Abschnitte, die sich nicht mit Karten befassen, verhindern, dass die Sammlung zu einem bloßen Katalog von Kunstgriffen verkommt. Sie verdeutlichen die universelle Anwendbarkeit von Vernons Prinzipien: unnötige Bewegungen vermeiden, die Lenkung der Aufmerksamkeit verstehen, geheime Aktionen wie harmlose Handlungen wirken lassen und eine Routine so lange verfeinern, bis jede Phase ihre Berechtigung hat. Diese Lektionen sind für Close-up-Künstler, Salonmagier und ernsthafte Studenten der Kunst der theatralischen Täuschung von großem Wert.
Vernons Unterrichtsstil
Dies ist kein moderner Kurs mit kurzen Kapiteln, animierten Einblendungen und einem Moderator, der ein festes Skript abliest. Vernon schweift ab, erinnert sich an andere Künstler, hinterfragt Annahmen und nähert sich Ideen aus einer neuen Richtung. Diese Struktur erfordert Geduld, macht aber zugleich den besonderen Wert der Sammlung aus. Der Zuschauer erlebt, wie ein erfahrener Zauberkünstler einen Trick beurteilt, anstatt nur die fertige Methode zu sehen. Seine Anekdoten betten Techniken in eine lebendige Tradition ein und nennen die Urheber der jeweiligen Ideen. Die Gastgeber geben gelegentlich Impulse, hinterfragen Details oder demonstrieren eine eigene Interpretation. Wer sich die Aufnahmen mit Notizblock ansieht, findet darin praktische Anleitungen, historische Informationen und Maßstäbe für die Bewertung von Zauberkunst. Das Set lohnt sich auch bei wiederholtem Ansehen, da ein scheinbar beiläufiger Satz erst dann an Bedeutung gewinnt, wenn man die besprochene Routine selbst geübt hat.
Die drei Bonus-DVD-Programme
Das Bonusmaterial ergänzt das Bild von Vernon um Aufnahmen aus der Zeit vor den Sitzungen von 1982. Es umfasst einen Vortrag im Washington Press Club vom August 1973, einen Vortrag im Magic Castle vom 9. Oktober 1976 sowie im April 1977 im Magic Castle gefilmte Präsentationen. Die Bildqualität spiegelt das Alter und die Entstehungsumstände der Aufnahmen wider; es handelt sich eher um historische Dokumente als um moderne Studio-Produktionen. Ihr Wert liegt darin, Vernon in verschiedenen Umgebungen und zu unterschiedlichen Zeitpunkten seiner späteren Karriere im Gespräch mit Zauberkünstlern zu erleben. Die Aufnahmen decken ein breites Spektrum ab – von allgemeiner Zauberkunst bis hin zur Kartenmagie – und behandeln wiederkehrende Themen, die Vernon für wichtig genug hielt, um sie erneut aufzugreifen. Die Wiederholungen in den Vorträgen sind aufschlussreich: Sie zeigen, welche Ideen den beständigen Kern seiner Lehre bildeten und wie er seine Erklärungen je nach Publikum und Anlass variierte.
Die vier Audio-Vorträge
Die Audio-CDs enthalten Vorträge vom 9. April 1963 und vom 6. Dezember 1964. Audioaufnahmen erfordern konzentriertes Zuhören, regen den Lernenden aber auch dazu an, auf Sprache, Struktur und Betonung zu achten, anstatt nur die Hände zu beobachten. Diese Aufnahmen erweitern den historischen Zeitrahmen der Sammlung und ermöglichen einen Vergleich zwischen dem Vernon der 1960er Jahre, dem Vortragenden auf den Filmaufnahmen der 1970er Jahre und dem Lehrer im Gespräch von 1982. Manche Themen kehren naturgemäß wieder. Doch statt bloßer Wiederholung verdeutlichen diese Momente, wie konsequent Vernon Wert auf Einfachheit, natürliche Bewegungsabläufe und intelligente Konstruktion legte. Für Sammler erinnern die CDs zudem an eine Ära, in der Vortragsaufnahmen privat unter engagierten Zauberkünstlern kursierten und der Zugang zur Stimme eines Meisters eine Seltenheit darstellte. ## Die gedruckten Begleithefte
Die beiden Begleithefte erleichtern die Auseinandersetzung mit dem Inhalt der Box und werten sie als Archivmaterial auf. Das Faksimile des Videonics-Katalogs von 1983 liefert Beschreibungen und den historischen Kontext, während Sid Lorraines Kommentare dem Leser helfen, sich im umfangreichen Filmmaterial zurechtzufinden. Gene Matsuuras Notizen halten detaillierte Beobachtungen von Vernons berühmter Vortragsreise aus dem Jahr 1976 fest. Aufzeichnungen eines aufmerksamen Fachmanns können Feinheiten erfassen, die einer Kamera entgehen oder die ein Vortragender beim Publikum als bekannt voraussetzt. David Bens einleitender Essay präsentiert das zusätzliche Filmmaterial und die Dokumente als Porträt von Vernons Spätwerk – und nicht bloß als Bonusmaterial einer Neuauflage. Käufer von gebrauchten Exemplaren sollten sicherstellen, dass beide Begleithefte vorhanden sind, und diese auf Anmerkungen, fehlende Seiten oder Feuchtigkeitsschäden überprüfen.
Veröffentlichte Kunden- und Rezensentenmeinungen
Die öffentlichen Reaktionen sind durchweg positiv, wenngleich auch berechtigte Vorbehalte geäußert werden. Bei Penguin Magic liegt die durchschnittliche Bewertung auf Basis von vier Rezensionen bei 4,8 von 5 Punkten. Rezensenten loben die Bandbreite der Vermittlung, Vernons Ratschläge und die Unterstützung durch die Co-Moderatoren; ein Käufer bezeichnete das Set als außergewöhnlich preiswert und für ernsthafte Schüler des Fachs als nahezu unverzichtbar. Auch die Kundenrezension bei Vanishing Inc. stuft das Werk als Meisterkurs ein und empfiehlt den Erwerb, sobald es verfügbar ist. Hierbei handelt es sich um individuelle Meinungen, nicht um die Garantie, dass jeder Zuschauer auch jeden einzelnen Inhalt nutzen wird. Der gemeinsame Tenor ist, dass der Wert der Sammlung in der dauerhaften Teilhabe an Vernons Denkweise liegt – und nicht im Versprechen auf sofort vorführbare Kunststücke.
Eine unabhängige fachliche Einschätzung
W. S. Duncan rezensierte die Jubiläumsausgabe in der Ausgabe vom April 2012 des *M-U-M Magazine*. Er hob die außergewöhnliche Gelegenheit hervor, sich erneut mit den gefilmten und aufgezeichneten Vorträgen einer bedeutenden historischen Persönlichkeit zu befassen. In seiner Besprechung setzte er den Preis ins Verhältnis zu den drei Bonus-DVDs, vier Audio-CDs sowie der vollständigen Originalserie und kam zu dem Schluss, dass die Fülle an wertvollen Erkenntnissen für nahezu jeden Zauberkünstler von Nutzen sein kann. Duncan erwähnte zudem einen Kritikpunkt von Besitzern früherer Ausgaben: Der Kauf der Jubiläumsbox bedeutete, das ursprüngliche „Revelations“-Material erneut erwerben zu müssen, da die neuen Archivprogramme nicht separat angeboten wurden. Dieser Einwand ist berechtigt und auch auf dem Gebrauchtmarkt weiterhin relevant. Für Käufer, die das frühere Set nicht besitzen, spielt die Dopplung keine Rolle; für Besitzer des alten Sets hängt die Entscheidung davon ab, welchen Wert sie den neuen Vorträgen, CDs, Begleitheften und der Verpackung beimessen.
Stärken der Ausgabe
Ihre größte Stärke liegt in der inhaltlichen Tiefe. Die Box vereint Technik, Routinen, Theorie, Geschichte, Persönlichkeit und Dokumentationen aus Originalquellen in einer stimmigen Sammlung. Der Austausch mit Ammar, Ouellet und Freeman verleiht den Sitzungen Klarheit, ohne Vernons eigene Stimme zu überlagern. Der Zeitraum von den 1960er Jahren bis 1982 ermöglicht es Lernenden, die Entwicklung von Ideen über Jahrzehnte hinweg zu verfolgen. Die physischen Extras machen die Ausgabe für Recherchezwecke wertvoller als eine reine Sammlung von Videodateien. Zudem ist das Spektrum ungewöhnlich breit gefächert: Ein Kartenexperte kann sich mit fortgeschrittenen Handgriffen und Erdnase befassen, während sich ein Allround-Zauberkünstler mit Münzmagie, Klassikern und Prinzipien der Präsentation auseinandersetzen kann. Wer bereit ist, das Video zu pausieren, sich Notizen zu machen und zu üben, wird auch lange nach dem ersten Ansehen immer wieder neue Details entdecken.
Einschränkungen und Erwartungen
Interessenten sollten sich vor dem Kauf mit dem Format vertraut machen. Ein Großteil des Videomaterials wurde Jahrzehnte vor der Einführung von High-Definition-Standards für Lehrvideos aufgezeichnet. Manche Bonusaufnahmen wirken wie typisches Archivmaterial. Vernon war bereits in fortgeschrittenem Alter, und das Material von 1982 legt den Schwerpunkt eher auf Erklärungen, Erinnerungen und Kommentare als auf durchgehende, perfekt ausgefeilte Vorführungen. Das gemächliche Erzähltempo mag Zuschauern, die auf der Suche nach schnellen Anleitungen sind, langsam erscheinen. Auch die schiere Menge an Inhalten kann überwältigend wirken, und nicht jede Technik eignet sich für jedes Fertigkeitsniveau. Dies sind keine Mängel, die die Ausgabe zu verbergen versucht; sie machen vielmehr ihren Charakter aus. „Revelations“ entfaltet seinen vollen Wert als Bibliothek und langfristiges Studienprogramm – nicht als bloße Abendunterhaltung oder als Abkürzung zur professionellen Beherrschung von Techniken. ## Wer am meisten davon profitiert
Die ideale Zielgruppe sind Zauberkünstler, die sich für die Grundlagen, den Aufbau und die Geschichte hinter den Methoden interessieren. Fortgeschrittene Kartenkünstler werden die technischen Erörterungen unmittelbar gewinnbringend finden, doch auch ambitionierte Anfänger können profitieren, wenn sie gezielt vorgehen und zunächst die einfacheren Abschnitte bearbeiten. Für Lehrer, Sammler, Zauberhistoriker und Vereinsbibliotheken ist das dokumentarische Material von großem Wert. Auch Künstler, die vorwiegend mit Münzen oder klassischen Requisiten arbeiten, sollten dieses Set nicht außer Acht lassen, denn Vernons Ratschläge zu Aufmerksamkeit, Natürlichkeit und Ökonomie der Bewegung sind universell anwendbar. Wer lediglich an einigen wenigen „selbstlaufenden“ Kunststücken interessiert ist, mag mit einem kompakteren, modernen Download besser beraten sein. Wer hingegen verstehen möchte, wie einflussreiche Zauberkünstler denken, wird kaum eine andere Videosammlung mit vergleichbarem Umfang finden.
Eine praktische Herangehensweise beim Studium
Es ist wenig ratsam, zu versuchen, alle Discs in rascher Folge anzusehen. Beginnen Sie stattdessen mit einem Thema, das für Ihr Repertoire bereits relevant ist – etwa „Triumph“, einem falschen Mischen oder dem Becherspiel. Sehen Sie sich die entsprechende Erörterung zunächst ohne Unterbrechung an und betrachten Sie sie anschließend ein zweites Mal, während Sie die Karten oder Requisiten selbst in der Hand halten. Notieren Sie sich nicht nur die technischen Abläufe, sondern auch Vernons Anmerkungen zu Wirkung, Motivation und Timing. Vergleichen Sie die Vorführung des Co-Moderators mit Ihrer eigenen, natürlichen Handhabung. Üben Sie einige Tage lang, bevor Sie zu diesem Abschnitt zurückkehren. Sehen Sie sich später einen der früheren Vorträge an und achten Sie darauf, wo dasselbe Prinzip erneut auftaucht. Auf diese Weise verwandelt sich die umfangreiche Sammlung in eine Abfolge überschaubarer Lerneinheiten, und die Wiederholung von Inhalten wird zum Vorteil.
Sammeln und Zustand
Da die Edition möglicherweise nicht mehr hergestellt wird, können Zustand und Vollständigkeit die Preise auf dem Gebrauchtmarkt beeinflussen. Überprüfen Sie das Vorhandensein aller Discs und Drucksachen und erkundigen Sie sich, ob die DVDs und CDs auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft wurden. Oberflächliche Spuren beeinträchtigen die Wiedergabe nicht zwangsläufig, doch Kratzer, „Disc Rot“ (Zerfall der Datenträgerschicht) oder beschädigte Halterungen sollten beachtet werden. Betrachten Sie die Fotos des Schubers, der einzelnen Hüllen und der Booklets, anstatt sich nur auf ein Symbolbild zu verlassen. Bei älteren Abspielgeräten kann die Regionalcode-Kompatibilität eine Rolle spielen; Käufer sollten daher das jeweilige Exemplar und ihr Abspielgerät überprüfen. Der Wert der Box liegt vor allem in ihrem Inhalt, doch Sammler zahlen oft mehr für eine tadellose Verpackung und unbeschädigte Booklets. Fehlende Teile oder Wiedergabeprobleme sollten vom Verkäufer klar benannt werden.
Ein Platz in der magischen Bibliothek
„Revelations“ gehört neben die bedeutenden Bücher von und über Vernon – und nicht auf einen Stapel kurzlebiger Download-Tricks. Es ersetzt keine schriftlichen Quellen; Bücher bieten oft präzisere Beschreibungen für das detaillierte Üben. Die Aufnahmen hingegen vermitteln Stimme, Gestik, Betonung und spontane Einschätzungen, die im Druck nicht festgehalten werden können. In Kombination zeigen Video und Text, wie sich eine Methode von der technischen Beschreibung zur täuschenden Vorführung entwickelt. Zudem dokumentiert das Set die Verbindungen zwischen verschiedenen Generationen von Zauberkünstlern: Vernon erinnert an frühere Meister, während Ammar, Ouellet und Freeman dabei helfen, sein Werk an nachfolgende Schüler weiterzugeben. Diese Kette der Wissensvermittlung ist ein Grund dafür, warum die Jubiläumsausgabe kulturell bedeutsam bleibt – selbst wenn einzelne Techniken mittlerweile auch an anderer Stelle zu finden sind.
Gesamtbewertung
„Dai Vernon’s Revelations 30th Anniversary Deluxe Edition“ ist ein umfangreiches historisches und didaktisches Archiv. Die elf DVDs, vier Audio-CDs und zwei Booklets erfordern Zeit, belohnen ein gründliches Studium jedoch mit Methoden, Verfeinerungen, Geschichten und Prinzipien, die über ein ganzes Leben hinweg zusammengetragen wurden. Käufer und Rezensenten sind sich weitgehend einig über den außergewöhnlichen pädagogischen Wert, wobei auch die Problematik der Vervielfältigung und die Archiv-Qualität der Produktion ehrlich angesprochen werden sollten. Für Zauberkünstler, die die frühere „Revelations“-Reihe noch nicht besitzen, bietet ein vollständiges Exemplar einen ungewöhnlich konzentrierten Einstieg in Vernons Werk. Wer die Reihe bereits besitzt, trifft die Entscheidung auf Basis der seltenen Vorträge und Dokumentationen. In jedem Fall sollte die Edition eher als Referenzsammlung verstanden werden, auf die man über Jahre hinweg zurückgreift, und nicht bloß als eine weitere Box voller Tricks.